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Veröffentlicht 13. Oktober 2012 6805 Aufrufe

Aus Thema Musikgeschichte

Studienarbeit: Die Pädagogische Hochschule für Fremdsprachen Gorlowka, Ukraine am 31.05.2012
Quellen: Musikschule UA Blisnjuki, Charkiwska Gebiet (Literatur Verweis s.u.)

Michael Kleophas Oginski,

geboren am 25. September 1765 in Guzow Żyrardów (Polen) nicht sehr weit von Warschau. Aufgewachsen in einer reichen aristokratischen Familie, war er trotz seines Lebens unglücklich. Seine Verwandten waren Mitglieder des litauischen Fürstentums in Polen-Litauen. Sie waren sehr wichtige Personen und haben dem Staat gedient. Die Familie wollte Oginski auch so erziehen, dass er gebildet wird und später dem Staat dienen kann. Solche Ziele hatten seine Eltern bei der Erziehung vor Augen. Sein Vater Andjei Oginski holte dazu den Lehrer Jean Rolayn, er galt als einer der besten in Europa. Dieser Lehrer hatte schon viele Jungen sehr gut erzogen und ausgebildet u. a. den späteren österreichische Kaiser Leopold II. Jean Rolayn war ein strenger Lehrer, der seinen Schüler ganzheitlich forderte, so musste Michael eine spezielle Diät halten, musste Spazierengehen und Sport treiben. Bereits als 7-jähriges Kind, musste er bis 16 Stunden am Tag lernen. Er hat sämtliche Bereiche studiert von der Mathematik bis hin zur Politik und Wirtschaft.

Der begabte Junge Oginski lernte auch verschiedene Musikinstrumente, wie Klavier und Geige, sowie Musiktheorie. Der Musiklehrer von Michael Oginski war Osip Koslowskii - der Komponist für die spätere erste Hymne des russischen Kaiserreichs. Michael war sehr musikbegeistert, jedoch mochte sein Vater, dass sein Shon eine politische Laufbahn einschlägt und nicht eine musikalische.

Veröffentlichte Noten im Didldu Archiv Link klicken:
Polonaise in Am - Michael Kleofas Oginski.html
Einrichtung der Noten: 04.06.2013 Robert Häusler

Musik MIDI Kirchenorgel Reproduktion:
polonaisei.mid

So wurde Oginski bereits als 19- jähriger Junge Abgeordneter des Sejms.
1789 wurde er Botschafter von Polen in Niederlande und Großbritannien.
1793 wurde er Finanzminister im Litauischen Fürstentum.
Das Ende seiner politischen Karriere war die Teilnahme am Kostjuschko Aufstand, nach dessen Niederlage floh er ins Ausland und landete im Oktober 1794 in Wien (Österreich).
Dort lebte er unter den falschen Namen „Kellner“, später ist auch seine Frau Isabella Oginski zu ihm nachgekommen. Das Ehepaar hatte nicht viel Geld, alle Landbesitze und gesamtes Eigentum im vorigen Polen-Litauen sind vom russischen Kaiserreich und Preußen wegen seiner Teilnahme am Aufstand konfisziert worden. Außerdem wurde er von der Polizei gesucht.
Im Dezember 1794 zog das Ehepaar Oginski von Wien nach Venedig, um weit entfernt von den preußischen und russischen Agenten zu sein. Seine Frau mochte aber nicht mit ihm zusammen bleiben und ist zu ihren Verwandten nach Preußen gefahren. Oginski hat in Venedig Kontakte zu polnischen und litauischen Emigranten geknüpft, die in Paris gelebt haben. Er wurde angeregt unter dem Namen „Jan Rydel“ in die Türkei zu reisen um dort den Sultan zu überzeugen gegen Russland einen Krieg auszurufen. Die Emigranten hatten gehofft, dann im Laufe eines Krieges einen neuen Aufstand zu machen, um die Unabhängigkeit von Polen und Litauen wieder zu erreichen.

Oginski war sehr sprachbegabt, mühelos beherrschte er mehrere europäische Sprachen ohne Akzent.
Ein halbes Jahr hat er in der Türkei zugebracht, hat aber nichts erreicht und reiste im November 1795 nach Frankreich. In weiteren Jahren ist er dann durch ganz Polen-Litauen gefahren, das zwischen Österreich, Preußen und Russland geteilt war. In Krakow wäre er fast verhaftet worden, denn steckbrieflich war Oginski überall gesucht. Aber Michael hatte Glück gehabt, und konnte die Polizei überzeugen, dass er nicht der gesuchte Michael Oginski ist.

1797 war er in Paris. Dort hat er Napoleon Bonaparte kennen gelernt und schlug ihm eine Kampagne vor für die Freilassung des Steckbriefes Polens und Litauens zu machen. Bonaparte weigerte sich aber.
Oginski beschloss nach Niederlande zu fahren, wo er einmal Botschafter war. König Wilhelm V der Niederlande hat ihn sehr gut gekannt und geschätzt. Der König war sehr froh ihn zu sehen und hat ihm geholfen und mit dem König von Preußen ausgemacht, dass Oginski verziehen wird und er nach Preußen zu seiner Frau Isabella reisen darf.

Auf solche Weise kam Michael Oginski im Jahr 1798 zu seiner Frau nach Preußen.
Während des Lebens in Preußen haben sie 2 Söhne auf die Welt gebracht.
1801 aus unbekannten Gründen endete jedoch diese Ehe.

1801 kam in Russland Alexander I. auf den Thron, einer seiner besten Freunde war der Aristokrat Adam Czartorysky, dieser überredete Alexander zur Amnestie aller am Kostjuschko Aufstand Beteiligten, darunter auch Michael Oginski.

1802 zog Oginski ins belarussische Zalesie, er erhielt alle beschlagnahmten Eigentümer zurück.
Er heiratete dort erneut, seine Frau wurde Marija Nagurskaja.
Michael bekam mit ihr 4 Kinder wovon aber nur eines von ihm gezeugt war. Marija war eine verdorbene Frau, sie hatte sehr viele Liebhaber, dennoch hielt diese Ehe 13 Jahre.
1810 zog Oginski nach St. Petersburg, Russland. Dort traf er den russischen Kaiser, der Oginski zum Senator und Geheimrat ernannte.
1815 kam es zur Scheidung, wobei das verdorbene Liebesleben seiner Frau wohl seinen Rufs verurteilte und inzwischen Oginski Senator des russischen Reiches war.

1817 trat Oginski als Senator zurück,
1822 wurde er schwer krank, er hatte Gicht und ist nach Florenz gefahren um sich zu kurieren.
Ab dieser Zeit gab sich Oginski der Musik und Komposition hin.
1831 gab er sein Notenbuch (Sammlung seiner Notizen) mit mehr als 60 Werken für Klavier und einigen Liedern heraus. Seine bekannteste Melodie ist "Abschied vom Vaterland". M. Oginski hat diese Melodie 1794 geschrieben, als er Polen-Litauen verlassen hat, beim Aufstand von Kostjuschko wo die russische Armee gewonnen hat.

Diese Melodie ist lang und traurig.

Der Komponist ist am 15 Oktober 1833 in Florenz (Italien) mit 68 Jahren verstorben.
Michael Kleophas Oginski wurde im Pantheon in der Kirche Santa Croce in Florenz begraben.

Literatur: Время и музыка Михаила Клеофаса Огинского. — The Times and Music of Michal Kleofas Oginski. Автор:
Анджей Залуский ISBN 985-6089-39-5; 1999 r.

Veröffentlich über Didldu Musik


Community Antwort Beiträge

Von Katharina
Mitglied, Moderator, Premium seit 2012
Veröffentlicht 05. Februar 2013

GEMAfreie Noten (Auch als PDF & Download)

Noten Polonaise (Полонез) in Am im GEMAfreiarchiv

Veröffentlichte Noten im Didldu Archiv Link klicken:
Polonaise in Am - Michael Kleofas Oginski.html
Einrichtung der Noten: 04.06.2013 Robert Häusler

Eintragung auf Wikipedia Unter Genehmigung mit Valeria Rizak UA - Kramatorsk Geb. 25.07.1991 Ризак Валерия Ивановна 64810 Украина, Харьковская обл, Близнюковский район, село Семеновка habe ich fehlende Informationen bei Wikipedia Artikel "Michael Kleophas Oginski" ergänzt!

Ihr Didldu Moderator, Katharina

Von Katharina
Mitglied, Moderator, Premium seit 2012
Veröffentlicht 07. Februar 2013

Eintragung auf Wikipedia
Chronik auf Wikipedia hinzugefügt am 07.02.2013

1765 Guzow Żyrardów Polen.
Aufgewachsen in einer reichen aristokratischen Familie
1786 Abgeordneter des Sejm in Polen .
1789 Botschafter von Polen in Niederlande und Großbritannien.
1790 Außerordentlicher Gesandter der Niederlande.
1793 Finanzminister im Litauischen Fürstentum.
1793 Großschatzmeister im Großherzogtum Litauen
1793/94 Teilnahme am Kościuszko Aufstand
Alle Landbesitze und gesamtes Eigentum im vorigen Polen-Litauen sind vom russischen Kaiserreich und Preußen wegen seiner Teilnahme am Aufstand konfisziert worden.
1802 Belarussische Zalesie. Oginski erhielt alle beschlagnahmten Eigentümer zurück.
Er heiratete dort, seine Frau wurde Marija Nagurskaja.
1810 Russland, St. Petersburg, Oginski wurde vom Kaiser zum Senator und Geheimrat ernannt.
1815 Scheidung.
1817 Oginski trat als Senator zurück.
1822 Gicht-Erkrankung.

1823 Florenz Musik und Komposition.
1831 Notenbuch mit mehr als 60 Werken.
1833 Michael Kleophas Oginski erlitt seiner Erkrankung.
Begräbniss in der Kirche Santa Croce in Florenz, Italien

https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Kleophas_Oginski

Ihr Didldu Moderator, Katharina

Von Aigner
Altbestand seit 2013
Veröffentlicht 28. März 2013

Ich selbst habe noch keinen anderen Beitrag zu Oginski mit so detailliertem Lebenslauf gesehen.
Warum genau auf Deutsch veröffentlicht? Wikipedia? Didldu? Für mich wäre es interessant deine original Ukrainische Arbeit zu sehen. Vielleicht wäre es möglich mir diese über pm zukommen zu lassen. Ich verstehe, dass die Deutsche Ausarbeitung ein Teil deiner Arbeit in der Hochschule ist, jedoch sind dies doch nur Teil Informationen. Mehr in meiner Nachricht! Wurden mit Absicht nur Teilinformationen auf Wikipedia veröffentlicht. Artikel Michael Kleophas Oginski (25. Sept. 1765 bis † 15. Okt 1833). Ist der gesamte Artikel auf Wikipedia von dir?
Habe dir auch bereits eine PM zukommen lassen! Danke

Von Valeria
Premium, Mitglied seit 2012
Veröffentlicht 07. April 2013

Hallo Aigner und Sergej,

für mich ist es sehr wichtig gewesen die Musikkultur von Deutschland kennenzulernen. Aus diesem Grund hatte ich vor 5 Jahren begonnen die deutsche Sprache an der pädagogischen Hochschule für Fremdsprachen in Gorlowka, Ukraine zu studieren. Auch hatte ich bereits meinen Au Pair Vertrag in München und war nebenbei regelmäßig in der Didldu Schule. Didldu hat mir sehr gut geholfen hier die Kultur und Volksmusik Deutschlands zu verstehen. Die Arbeit Oginski auch hier zu veröffentlichen war mein Anliegen, da in Deutschland, besonders Wikipedia diese Informationen fehlten. Wie man sehr schön erkennt gibt es in anderen Ländern immer noch mehr Informationen über Oginski auf Wikipedia als in Deutschland. Ich habe jetzt seit einem Jahr meinen anerkannten Bachelor Abschluss als deutsch Lehrerin und arbeite und lebe jetzt in Deutschland.

Danke auch für die Komplimente,
Viele Grüße

Von Sergej
Mitglied seit 2012
Veröffentlicht 08. April 2013

Sehr gut Valeria

Deine Eintragung auf Wikipedia bringt der öffentlichen Bibliothek im deutschen Raum wieder mehr Wissen. Finde ich gut, dass die Didldu Moderation sich damit beteiligt und dich unterstützt, schließlich wurde es ja durch Didldu veröffentlicht.

Von Aigner
Altbestand seit 2013
Veröffentlicht 07. Juli 2013

Genial was hier von Didldu betrieben und zur Verfügung gestellt wird.
Sehr nett, verstehe ich sehr gut! Danke nochmal

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